Die Geschichte des Hotels

In dem heutigen Gebäude des Hotels wurde 1787 der bekannte Philosoph, Prediger und Homöopath Johann Emanuel Veith geboren. Das Haus, in den heute unser Hotel seine Dienste anbietet, ist untrennbar mit dem Namen dieses großen Denkers verbunden…

Zum Lebenslauf des Johann Emanuel Veith
Erstellt auf Grundlage der Internetversion des Biographisch – Bibliographischen Kirchenlexikon, der Katholischen Enzyklopädie, und der Jüdischen Enzyklopädie.

Johann Emanuel Veith

Geboren in Chodova Plana am 10. Juni 1787 (so gib es das Biographisch – Bibliographische Kirchenlexikon an, sowie das „Lexikon für Theologie und Kirche“ an), oder 1788 (so gibt es das Riegersche, bzw. das Otto – Lexikon an) und starb in Wien am 6. November 1876.

J.E.V. stammt aus einer jüdischen Familie, und der Vater hatte für ihn die Laufbahn eines Rabbi bestimmt. Schon als kleiner Junge lernte er Hebräisch, welches er bald genauso gut beherrschte wie Französisch. Schon im Knabenalter begeisterten ihn die Schriften von Voltaire und Goethe, welche ihn bis zu einem gewissen Grad von seinem familiären Umfeld entfremdeten. Mit 16 schrieb er sein erstes Gedicht. In Prag besuchte er das Gymnasium und von 1803 bis 1806 studierte er an der Prager Universität Philosophie, u.a. bei Bernard Bolzan. Während dieser Zeit lernte er Anton Günther kennen (Katholischer Theologe, 1783 in Lindava bei Ceska Lipa geboren – 1863 in Wien gestorben), mit dem ihn eine lebenslange Freundschaft verband, und arbeitet an der Literaturzeitschrift „Libussa“, die der Schriftsteller Josef Georg Meinert veröffentlicht, mit. Im Jahr 1807 begann er das Studium der Medizin, worauf er zuerst Assistent wurde, später Professor und schließlich stellvertretender Direktor (1816) und Direktor des Veterinärinstituts in Wien (1819). Vom Jahr 1812 an publizierte er unzählige Werke zur Botanik, Medizin und Tiermedizin. Unter anderem beschäftigte er sich mit Heilpflanzen in der deutschen Medizin und der Tiermedizin. Weiterhin widmete er sich der Literatur – gab Gedichtbände heraus und schrieb Texte für Opern. Im Jahr 1814, spielte das Wiener Theater seinen Einakter „Rückkehr des Kaisers“. Er spielte auf der Violine und auch beim Zeichnen zeigte er Talent.

Im Jahre 1816 trat er zum Katholischen Glauben über, und ließ sich taufen. In dieser Zeit lernte er die herausragenden Persönlichkeiten der katholischen Erneuerung in Wien kennen – Friedrich Zacharias Werner und den Generalvikar der Redemptoristen Klement Maria Hofbauer, welchen er auch medizinisch behandelte. 1817 begann er ein Studium der Theologie. Auf Hofbauers Anregung hin gründete er zusammen mit Anton Passy die religiösliterarischen Zeitschrift „Ölzweige“ (1819 – 1823). 26 August 1821 wurde er zum Priester geweiht, und einen Monat später wurde er Redemptorist in der Kirche Maria Stiegen in Wien. Im Jahre 1824 wurde er Berater des neuen Generalvikars, Pater Joseph Passero. Er diente als Pastor und Missionar in Wien und der Steiermark, wo er sich auch als homöopathischer Arzt betätigte.

Im Jahr 1830 verläßt er die redemptoristische Kongregation (am 16. April wird er seines Eids entbunden). Der Grund für diesen Schritt war nach den Autoren (Loewe, Innerkofler, Reusch) die Unvereinbarkeit seiner vielseitigen Interessen mit den Vorschriften des Ordens. Jüngere Autoren (Winter, Hans) sehen die Ursache eher in der Entwicklung der österreichischen Redemptoristen. Die Linie, die der Nachfolger von Hofbauer, Pater Passerat, verfolgt, verlor die geistige Breite, die Veith und sein Freund Günther gesucht hatten. Veiths Ideal war ein Orden, „wo der fleissige Austausch von Ideen stattfindet, und nicht blinder Gehorsam“. Im Jahr 1831 wurde er Prediger im Stephansdom zu Wien, und nach den Aussagen von Kardinal Diepenbrock war er der bedeutendste österreichische Prediger. Beliebt war er zwischen den Schülern, den Literaten, den Künstlern und den Studenten. Er wirkte wenigerer durch die Art des Sprechens, sondern durch den Inhalt seiner Vorträge, die von Beispielen aus dem Leben und mit Anekdoten gewürzt waren – häufig auch sarkastische. Sein Motto war: „Das Evangelium muß neu gepredigt werden“. Als 1831 die Cholera grassierte, predigte er nicht nur seine legendäre „Predigt zur Cholera“, sondern bot auch eine hervorragende medizinische Betreung an. Später verwendet er die Erfahrungen im Umgang mit Cholera und ihrer Prävention. Im Jahre 1840 unterschrieb er eine Schrift von 58 Konvertiten, die scharf protestierten gegen die gängige Behauptung, daß die Juden bei ihren geheimen religiösen Ritualen Christenblut verwendeten.

Veith war allgemein hochangesehen wegen seiner breiten Bildung und seines gutmütigen Charakters, gleichzeitig sah man ihn jedoch als einem unpraktischen Genius. Er lehnte das Angebot ab, an der Münchner Universität zu lehren (1834) und im Freiburger Kapitel (1846), und wurde der bedeutendste Verbreiter von Günthers „Christlicher Philosophie“ und die graue Eminenz seiner Schule. Mit Günther und Laurenz Greif gehörte er zum Umkreis des Kardinals Schwarzenberg, der ihn zum Ehrenkanon Salzburg und Prag benannte. Mit Anton Günther veröffentlichte er in den Jahren 1849 – 1852 ein philosophisches Tagebuch „Lydia“, das sich gegen den Hegelianismus wandte. Während der Revolution 1848, gemeinsam mit Freunden aus dem Kreis Günthers und Jüdisch – Christlichen Kreisen gründete er am 15. Mai die Wiener Katholische Gesellschaft, die sich die Freiheit der Kirche vom Staat und größere Freiheit innerhalb der Kirche auf die Fahne geschrieben hat. Als Organisator und Redner der Vereinigung trat er gegen das „Jesuitische Prinzip“ des blinden Gehorsams an. Im Jahre 1848 gründete er die Zeitschrift „Aufwärts“ mit dem Untertitel „Volksblätter für Glauben, Freiheit, und Moral“. Seine Bemühungen fanden aber kein Gehör beim Wiener Erzbischof Vinzenz Eduard Milde und seinem Nachfolger Otomar von Rauscher, die versuchten die „Katholische Gesellschaft“ unter die Kontrolle der Kirche zu bringen, und sie zur Gottesbruderschaft umzuformen. Veith, gemeinsam mit den meisten Mitbegründern, trat dann aus der Gesellschaft aus. Auf Einladung seines Freundes Kardinal Schwarzenberg zog er nach Prag, wo er im Jahre 1850 – 1855 lebte. Auch dort wirkte er als Prediger und war für die geistige Bildung der Priester zuständig. In dieser Zeit trug er sich mit dem Gedanken einen Orden zu gründen, der sich der Glaubenslehre widmet, auf der Grundlage von Günthers „Christlicher Philosophie“.

Schon geraume Zeit litt seine Gesundheit, und 1855 erlitt er einen Hörsturz, der zur fast vollständigen Taubheit führte. Er ging nach Wien zurück und versuchte die veurteilte Lehre seines Freundes Günther zu rehabilitieren. Bald nach Günthers Tod 1863 erblindete Veith. Mit Hilfe von aufopferungsbereiten Frauen arbeitete er bis zu Tod als Autor religiöser Traktate und Überlegungen. Unter anderem äußerte er sich kritisch zum Dogma der Unfehlbarkeit des Papstes. Veith, dem schon früher das Ehrendoktorat der Theologie der Universität Prag und Wien verliehen worden war, erhielt 1871 zum 50. Jubiläum seiner Priestertätigkeit die Ehrenbürgerschaft der Stadt Wien, die jedoch von den Kirchenoberen ignoriert wurde. J.E.V. starb am 6.November 1876, und unter großer Anteilnahme der Bevölkerung wurde er neben Anton Günther beigesetzt. Das gemeinsame Grab von Veith, Günther und Greif befindet sich im heutigen Waldmüllerpark, dem ehemaligen Friedhof von Matzleinsdorf in Wien.

Anmerkung: Zu den Schlagwörten im Biographisch– Bibliographischen Kirchlexikon gehört auch ein Überblick über das Werk von Veith und ein chronologischer Überblick seiner Publikationen.

 
 

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